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Auswirkung der Schuldenkrise auf Aktienmärkte

26 September, 2011 (13:03) | Allgemeines | By: admin

Schuldenkrise 2.0

Obwohl die Schuldenkrise die Investoren und Politiker in 2010 auf Trab hielt, ließ das Interesse an den schuldengeplagten Peripheriestaaten Europas zu Beginn des Jahres 2011 etwas nach. Beflügelt durch positive Konjunkturperspektiven und relativ günstige Bewertungen setzten die Aktienmärkte dazu an, ihre Rekordstände von vor der Lehman-Pleite zu durchbrechen. Ende Juli kam die Schuldenkrise 2.0 aber schlagartig auf das Börsenparkett weltweit zurück. Die schockierende, obwohl nicht wirklich unerwartete, Herabstufung der USA durch S&P, das Haushaltschaos in Griechenland, rapide steigende Renditen für spanische und italienische Staatsanleihen sowie Gerüchte um eine Herabstufung Frankreichs trafen die Investoren mit voller Wucht und sorgten für massive Verkaufswellen. Der DAX verlor über 30% seines Wertes in knapp 2 Monaten, der EuroStoxx50 gar fast 40%. Auch die Wertpapiere an den Börsen in den USA und Asien gerieten in den Verkaufssog. Im Gegenzug stiegen Staatsanleihen der als sicherer Hafen bevorzugten Staaten USA und Deutschland sowie Schweiz deutlich und verzeichneten Renditen auf Rekordtief.

Quo vadis Europa?

Die Szenarien und Prognosen zum weiteren Verlauf der Schuldenkrise sind zahlreich. Extreme Entwicklungen wären ein kompletter Zerfall der Euro-Zone und die Wiedereinführung nationaler Währungen. Auch ein Austritt der schwächsten, verschuldeten Länder oder aber der stärksten Staaten ist wieder im Gespräch und kein unmögliches Szenario. Momentan kann aber damit gerechnet werden, dass die Euro-Staaten in Zusammenarbeit mit der EZB und dem IWF die monetäre Währungsunion verteidigen werden. Ungewöhnliche Maßnahmen sind dabei zu erwarten. Ob dies nun Euro-Bonds, weitere Aufkäufe von Staatsanleihen durch die EZB oder Hilfe von Staaten wie China, Russland oder Brasilien sein werden, bleibt abzuwarten.

Sind dies Einstiegskurse?

Die Verluste an den Börsen sind enorm gewesen, besonders wenn man den kurzen Zeitraum betrachtet. Problematisch sind jedoch die Auswirkungen der Turbulenzen an den Finanzmärkten auf die Realwirtschaft. Diese könnten erst in einigen Monaten zum Vorschein kommen. Über den Vermögenseffekt könnten sie sich in den USA noch stärker auswirken als in Europa. Zudem werden die Sparanstrengungen der Regierungen in der EU zunehmen, was ebenfalls eine negative Wirkung auf das Wirtschaftswachstum haben könnte. Auf der anderen Seite wären deutsche und europäische Aktien auch im Fall eines Gewinnrückgangs der Unternehmen von durchschnittlich 15% im nächsten Jahr immer noch attraktiv bewertet.

 

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